Mikroplastik - große Probleme

Kaum zu sehen und doch sehr problematisch

Plastikmüll, der im Meer schwimmt, die Küsten verdreckt und Strände überdeckt ist offensichtlich problematisch für Natur und Umwelt, für Fischfang und Tourismus. Doch auch Plastikteile kleiner als fünf Millimeter, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind, verursachen im Meer riesige Probleme.

Dieses Mikroplastik wird entweder von vornherein schon so winzig produziert – man spricht dann vom primären Mikroplastik. Oder die winzigen Teile und Kunststofffasern entstehen, wenn großer Plastikmüll zerbricht und zerbröselt – sogenanntes sekundäres Mikroplastik. Es entsteht auch, wenn beispielsweise Zigarettenstummel über Bord oder am Strand weggeworfen werden und im Wasser zerfasern.

Mikroplastik wurde inzwischen in allen Teilen der Erde nachgewiesen: in Proben des ewigen Eises, genauso wie in 3.500 Meter Tiefe im Mittelmeer und an vielen anderen Orten.

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Mikroplastik mit Futter verwechselt

Werden mikroskopisch kleine Plastikteilchen von Fischen, Austern, Muscheln oder anderen Lebewesen im Wasser verschluckt, können sie durch die Wände der Verdauungsorgane dringen und sich dauerhaft in den Tieren ansammeln. Häufig haften an den Plastikteilchen Schadstoffe oder Umweltgifte, die zusammen mit dem Plastik das Wachstum der Tiere beeinträchtigen können.

Lösen lässt sich das Problem kaum noch, denn zu viel Plastik schwimmt bereits im Meer, das über viele Jahrhunderte zu sekundärem sekundärem Mikroplastik zerfällt.

Verbesserungen sind trotzdem möglich, bspw. durch einen Verzicht auf primäres Mikroplastik: Kosmetische Produkte könnten ohne Plastik mit natürlichen Ersatzstoffen auskommen. Sie bieten sich auch in anderen Anwendungsbereichen an.

Primäres Mikroplastik – verzichten, wo immer möglich

Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes (UBA) werden europaweit jährlich allein 3.125 Tonnen primäres Mikroplastik in kosmetischen Produkten, wie Zahncremes, Handreinigern, Peelings, Sonnenschutzmitteln u.a verwendet. Eine Menge, die 54 Güterwagenladungen der Bahn entspricht.

Der Verzicht auf Mikroplastik ist möglich.

Sekundäres Mikroplastik – Aus den Augen, nicht aus dem Sinn

Sekundäres Mikroplastik lässt sich nur vermeiden, wenn die Müllflut ins Meer gestoppt wird. Allein der marine Müll aus den Ländern Europas zerfällt irgendwann in mehrere Millionen Tonnen sekundäres Mikroplastik. Das Problem ist riesengroß, obwohl man die winzigen Plastikteilchen nicht sieht: Nach neuen Studien sinkt ein großer Teil des Plastikmülls – beschwert durch Algen oder Mikroorganismen – als Mikroplastik in die Tiefsee. So ist es zwar aus unseren Augen, aber noch immer in den Weltmeeren.

Die Lösung liegt an Land

Um zu verhindern, dass sich Jahr für Jahr größere Plastikmüllmengen im Meer sammeln, müssen die Verhältnisse vor allem an Land besser werden. Ein Weg sind geschlossene Systeme von Produktion, Nutzung und wertstofflicher Wiederverwertung von Kunststoffverpackungen.

Weniger Plastikmüll im Meer bedeutet auch weniger sekundäres Mikroplastik als Zerfallsprodukt großer Plastikteile.

Die Lösung sehen das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) genauso wie das Weltwirtschaftsforum, internationale Stiftungen und renommierte Beratungsunternehmen in einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft für Plastik.

Echte Kreislaufwirtschaft ist notwendig

Die Recyclat-Initiative von Werner & Mertz hat bereits 2012 begonnen, eine Lösung voranzubringen: Echtes Recycling von PET und anderen Kunststoffen aus dem Gelben Sack, um Rohstoffe zu schonen und die Müllmengen zu vermindern.

Die Recyclat-Initiative ist ein Schritt Richtung echter Kreislaufwirtschaft. Sie lädt dazu ein, dem Beispiel zu folgen und Partner der Initiative zu werden.